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    „Das ist Insolvenzlyrik, keine brauchbare Handlungsanweisung“ (Teil 2)

    Im zweiten Teil unserer Doppelfolge mit Prof. Dr. Godehard Kayser zum Thema der Neuausrichtung der Vorsatzanfechtung widmen wir uns eingehend einer ganzen Reihe unbestimmter Rechtsbegriffe der neuen Senatsrechtsprechung. Deren Ausgestaltung wird für die Praxis noch einige Herausforderungen bereithalten, wenn es auf den entsprechenden Tatsachenvortrag in einem Prozess ankommt. Prof. Kayser zeigt, dass zukünftig alles von einer eigenen Erklärung des Schuldners abhängig sein könnte. Oder kommt es dann doch wieder auf Indizien an, die die neue Senatsrechtsprechung gerade beseitigen wollte? Die Ausführungen des BGH dazu sind aus Sicht des ehemaligen Senatsvorsitzenden eher Insolvenzlyrik als konkrete Hinweise.

    „Fragen über Fragen“ (Teil 1)

    Mit Prof. Dr. Godehard Kayser, dem ehemaligen Vorsitzenden Richter des IX. Zivilsenats am BGH, diskutieren wir die „neue Ausrichtung “ der Vorsatzanfechtung. Vor allem die Insolvenzverwalter und die Instanzgerichte stehen ein wenig hilflos da, wenn es um die Auslegung einzelner Passagen in den jüngeren Entscheidungen des Senats geht. Die Kritiker eines ausufernden Anfechtungsrechts hingegen begrüßen den eingeschlagenen Weg. Wir wollen die neue Rechtsprechung eingehend beleuchten und diskutieren mit unserem Gast in einer Doppelfolge ihre Ursprünge. Dabei stellen wir fest, dass nicht alles daran neu ist und es künftig eine gute Idee sein könnte, auch die Judikative trotz des Gewaltenteilungsprinzips bei Änderungen der InsO anzuhören.

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    In dieser Folge erwähnte Urteile und Aufsätze:

    BGH, Urt. v. 6.5.2021 – IX ZR 72/20 Link: https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=0053906c55b5a1480d10145a1a7b2826

    BGH, Urt. v. 3.3.2022 – IX ZR 78/20 Link: https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=f3a6a16df1c155a76133f4ad25dbd132

    Kayser, Godehard: „Konsequenzen des neuen Anfechtungsrechts für die Rechtsprechung des BGH – Viel Lärm um nichts?“, ZIP 2018, 1153 ff. Link: https://www.juris.de/perma?d=jzs-ZIP-2018-24-1153-01-A-01

    Schoppmeyer, Heinrich: „Rechtssystematische Überlegungen zum Insolvenzanfechtungsrecht nach der Reform – 11 Thesen und eine Schlussfolgerung“

    Teil 1: WM 2018, 301 ff. Link Teil 1: https://www.juris.de/perma?d=jzs-WM-2018-07-0301-1

    Teil 2: WM 2018, 353 ff. Link Teil 2: https://www.juris.de/perma?d=jzs-WM-2018-08-0353-1

    „Das StaRUG ist kein Beratertool, um Finanzierer zu benachteiligen“

    Dr. Frank Schäffler, Partner bei GRUB BRUGGER, erläutert den außergewöhnlichen „Karlsruher StaRUG-Fall“ — die Restrukturierung eines international tätigen Handelsunternehmens. Als Berater war er auf der Unternehmensseite tätig, als es darum ging, mehrheitlich ausländische Umsatzsteuerforderungen zu restrukturieren und betrat Neuland in dieser Restrukturierungssache.

    Können in einen StaRUG-Plan auch ausländische Steuerforderungen, insbesondere Steuerforderungen aus Nicht-EU-Ländern einbezogen werden? Wie gelang es, bestehende Finanzierungen nur minimal zu tangieren? Was war das entscheidende Kriterium bei der Gruppenbildung? Wir erfahren außerdem, warum ein IDW S6-Gutachten – das derzeit noch im Entstehen war – die ideale Brücke im Verfahren wurde.

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    Bericht im InDat-Report: https://is.gd/01_restruct_law

    „Plakate vor der Staatskanzlei wirken besser als ein Schreiben des Generalbevollmächtigten“

    Die Handelsblatt-Jahrestagung Restrukturierung hat auch in diesem Jahr ein wahres Stakkato an Themen geliefert. Vom Umgang mit Gewerkschaften über gute und schlechte Eigenverwaltungen bis hin zu dem großen Thema ESG – eine Vielzahl an Themen wurden teils pointiert, teils in zu kurzen Ausschnitten vorgetragen, um dem engen Zeitregime gerecht zu werden. Wir rekapitulieren die wichtigsten Themen der Veranstaltung in gewohnter Weise mit Prof. Dr. Lucas F. Flöther und Stefan Sanne und erfahren von der neuen Stärke der Gewerkschaften, warum Laufschuhe nicht immer in das Businessgepäck kommen und welche Entwicklungen sich im Restrukturierungsmarkt abzeichnen.

    „Die Winterschlaf-Bären von heute sind die Insolvenzfälle von morgen“

    Gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Nadine Kammerlander, Lehrstuhlinhaberin für Familienunternehmen an der WHU-Otto Beisheim School of Management in Vallendar und ehemalige McKinsey-Beraterin, diskutieren wir die Anpassungsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und die Krisenresilienz deutscher Familienunternehmen. Wir erfahren, warum Familienunternehmen anders ticken und warum die Risikobetrachtung bei einem Familienunternehmer häufig ein „one shot game“ in der Spieltheorie entspricht. Wir diskutieren über neue Herausforderungen im Zusammenhang mit ESG und erfahren, warum sich Familienunternehmer in die Gruppe der Chamäleons und der Winterschlaf-Bären teilen.

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    Podcast „Zukunft Familienunternehmen“ mit Nadine Kammerlander: https://podcast212ec4.podigee.io/

    Studie von Nadine Kammerlander (WHU) und FTI Andersch: „Wie Familienunternehmen die Krise meistern

Über unseren Podcast

restruct.law ist der Restrukturierungspodcast von Christian Heintze und Heiko Schaefer. Heintze und Schaefer beraten seit über 20 Jahren als Experten für Sanierung und Restrukturierung in Krisensituationen von Unternehmen. Sie übernehmen Verantwortung, wenn andere keinen Ausweg mehr sehen. Entscheiden, was zu retten ist oder was nur noch abgewickelt werden kann. Sie verhandeln mit Gläubigern, Kunden und Investoren. Mal als Berater oder Insolvenzverwalter des Unternehmens, ein anderes Mal als Anwälte der betroffenen Gläubiger. Mit ihrem Wissen und dem ihrer wechselnden Gäste wollen sie zur anstehenden Umsetzung der EU-Restrukturierungsrichtlinie in das deutsche Recht beitragen. Im lockeren Gespräch diskutieren, erläutern und blicken sie voraus mit AnwältInnen, BeraterInnen, ProfessorInnen, PolitkerInnen und InvestorInnen aus der Restrukturierungsszene.